Kalorien Guide - Kalorien, Kohlenhydrate, Eiweiß, Fett - Nährwerte von Lebensmitteln

Negative Kalorien

Kalorie ist eine veraltete Größe der Energie. Unter der physikalischen Einheit Kalorie wurde die Menge an Wärme bezeichnet, die notwendig ist, um 1 Gramm Wasser um 1 Grad Kelvin zu erwärmen. Heute jedoch wird statt der Maßeinheit Kalorie in Joule gerechnet. So entspricht 1 Kalorie dem Wert von 4,1868 Joule oder 1 kcal = 4,1868 kJ. Weil sich jedoch gerade bei der Nährwertangabe der Begriff Kalorien fest eingebürgert hat, dürfen dort beide Bezeichnungen nebeneinander verwendet werden. Es muss aber immer der Wert in Kilojoule zuerst genannt sein.

Und, als ob das ganze Umrechnen von Kilojoule und Kilokalorien nicht schon schwierig genug wäre, verwendet die Werbung neuerdings auch noch den Begriff negative Kalorien. Wenn es negative Kalorien bei Lebensmitteln gäbe, würde das bedeuten, dass wir durch das Essen dieser Lebensmittel abnehmen. Lebensmittel mit negativen Kalorien wären sozusagen Schlankheitspillen im Großformat. Physikalisch gesehen bestimmt der Kalorienwert die Menge Wärmeenergie, die notwendig ist, um das Lebensmittel im Körper zu verbrennen. Da zum Erwärmen immer Energie verbraucht wird, kann dieser Wert also nicht negativ sein.

Was sind negative Kalorien?

Da hat sich die Werbung wiedermal ein tolles Kabinettstückchen ausgedacht! Denn der Begriff negative Kalorien redet dem Verbraucher ein, es gäbe Lebensmittel bei deren Verdauung der menschliche Körper mehr Energie verbraucht, als ihm durch das Nahrungsmittel zugeführt wird. Wäre diese Behauptung richtig, müssten wir immer mehr abnehmen, je mehr wir von diesen Lebensmitteln essen. Als Beispiel werden dazu gerne der Sellerie, die Ananas oder die Grapefruit genannt:

Das hieße nun also, wenn Sie einen Tag lang Unmengen von Grapefruits, Ananas und Sellerie in sich hineinstopfen, würden Sie am Abend, beim Blick auf die Waage feststellen, dass Sie deutlich an Gewicht verloren haben. Leider, leider ist das aber nicht der Fall. Denn in den Nährwerttabellen ist die Kalorienmenge, die der Körper benötigt, um ein Lebensmittel zu verdauen, bereits von der Gesamtmenge abgezogen. Das heißt, wenn beispielsweise 100 Gramm Grapefruit mit 42 Kilokalorien verzeichnet sind, weist das Obst eigentlich 49 kcal auf. Denn der Körper verbraucht für die Verdauung ungefähr sieben Kalorien. Dies ist natürlich nur ein Beispiel, bei dem, die zur Verdauung benötigte Kalorienmenge geschätzt wurde.

Fest steht, dass zur Verbrennung eines Nahrungsmittels zwischen zehn und zwanzig Prozent der Kalorienmenge, die das jeweilige Lebensmittel beinhaltet, notwendig sind. Es bleiben also immer zwischen 80 und 90 Prozent übrig. Diese Kalorien stehen dem Körper entweder für die Ausübung der Grundfunktionen, wie Atmen, Herzschlag, etc zur Verfügung. Oder er kann sie für weitere Aktivitäten, wie Gehen, Laufen, Sporteln, und so weiter, einsetzen. Handelt es sich nun um ein Lebensmittel mit sehr wenig Kalorien, wie beispielsweise die Ananas oder der Sellerie, bleiben dem Körper wenig Kalorien übrig. Essen Sie dagegen ein Stück Schokolade, steht ihm nach der Verdauung trotzdem noch viel Energie zur Verfügung.

Negative Kalorien

Negative Kalorienbilanz

Wer eine Diät macht, die darin besteht nur Lebensmittel zu sich zu nehmen, die zusammen eine sogenannte negative Kalorienbilanz aufweisen, der führt seinem Körper täglich weniger Kalorien zu, als er verbrauchen kann. Der Körper benötigt nicht nur zur Verdauung Energie, sondern für jede Körperfunktion. Vom Augenzwinkern über das Atmen bis hin zur Fortbewegung wird Energie verbraucht.

Es gibt eine positive Kalorienbilanz, eine ausgeglichene sowie eine negative. Bei der ausgeglichenen Kalorienbilanz stimmt die tägliche Kalorienzufuhr mit dem Kalorienverbrauch überein. Der Körper kann für seine Funktionen die Energie der Nahrung verwenden. Das Gewicht wird gehalten. Bei der positiven Kalorienbilanz wird ein höherer Kaloriengehalt zu sich genommen, als der Körper verbrauchen kann. Die überschüssige Energie wird als Fettpölsterchen eingelagert, das Gewicht steigt.

Wer seinem Körper auf längere Zeit weniger zuführt, als dieser verbrauchen kann, nimmt ab. Mit der negativen Kalorienbilanz muss der Organismus, um die lebensnotwendigen Prozesse aufrechterhalten zu können, auf körpereigene Reserven zurückgreifen. Diese Reserven sind Fettpölsterchen, die dann abgebaut werden.

Ist die negative Kalorien Ernährung gesund?

Obwohl es sich bei den Lebensmitteln mit niedrigem Kaloriengehalt in erster Linie um Obst und Gemüse, also um gesunde Lebensmittel handelt, kann eine einseitig aufgebaute Diät nicht gesund sein. Dem Körper sollten stets alle Stoffe, die er für ein gesundes Funktionieren benötigt, zur Verfügung gestellt werden. Auch eine Ernährung, die hauptsächlich aus Vitaminen und Ballaststoffen besteht, ist eine einseitige Ernährung.

Wer abnehmen will, ohne mit seiner Gesundheit Raubbau zu betreiben, der sollte auf eine bewusste, ausgewogene Ernährung achten. Dabei können Lebensmittel, die wenig Kalorien aufweisen bevorzugt und in größeren Mengen aufgenommen werden, als Lebensmittel mit vielen Kohlenhydraten und Fett. Aber auf Eiweiß und gesunde Fette sollte nicht verzichtet werden, denn diese beiden sind für unseren Körper lebensnotwendig.

Auf diese Weise geht das Abnehmen zwar langsamer vonstatten, aber es ist gesünder. Das Schöne ist, dass diese Art des Abnehmens nachhaltiger ist. Weil nach der Diät nicht der übliche Heißhunger besteht und meistens die umgestellte Ernährung beibehalten wird. So hat auch der Jojo-Effekt keine große Chance die verlorenen Kilos wieder zurückzubringen.

Negative Kalorien: Liste mit Lebensmitteln

Um die negative Kalorienbilanz zu erleichtern, ist es sinnvoll zu wissen, welche Lebensmittel mit sowenig Kalorien behaftet sind, dass sie zwar satt machen, aber dem Körper nicht viel Energie liefern. Daher wurde im Folgenden eine kleine Liste zusammengestellt, die die wichtigsten dieser Lebensmittel umfasst. Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass es keine negativen Kalorien gibt und dass es ungesund ist, sich einseitig zu ernähren. Bei einer Diät sollten die folgenden Lebensmittel vermehrt verzehrt werden, aber nicht ausschließlich:

Gemüse: Aubergine, Blumenkohl, Brokkoli, Champignons, Chicorée, Chinakohl, Endivien, Fenchel, Grüne Bohnen, Gurke, Karotten, Kohlrabi, Kopfsalat, Kresse, Lauch, Mangold, Paprika, Peperoni, Radieschen, Rettich, Sauerkraut, Sellerie, Spargel, Spinat, Steinpilze, Tomate, Zwiebel.
Eine Übersicht finden Sie hier in der Kalorientabelle für Gemüse:

Kalorientabelle Gemüse

Obst: Brombeere, Erdbeere, Grapefruit, Himbeere, Honigmelone, Mandarine, Orange, Papaya, Pfirsich, Pflaume, Preiselbeeren, Rhabarber, Rote Johannisbeere, Schwarze Johannisbeere, Stachelbeeren, Wassermelone, Zitrone.
Eine Übersicht finden Sie hier in der Kalorientabelle Obst.